Herausforderungen für Familien in sich verändernden Gesellschaften
Erste gemeinsame Tagung von Familiensoziolog:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am DJI

Foto: DJI/Inge Kraus
Verändern sich Gesellschaften, bringt dies auch für Familien Herausforderungen mit sich. Um die Situation von Familien interdisziplinär und im internationalen Kontext zu analysieren, trafen sich am 26. und 27. Februar 2026 erstmals Wissenschaftler:innen der Familiensoziologie und Familienforschung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer gemeinsamen Tagung in München am Deutschen Jugendinstitut (DJI).
Knapp 100 Forscher:innen der Sektion Familiensoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der Sektion Familienforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS), des Forschungskomitees Lebenslauf der Schweizer Gesellschaft für Soziologie (SGS), des Swiss Research Centers LIVES sowie des DJI präsentierten aktuelle Arbeiten und diskutierten zentrale Entwicklungen der Familiensoziologie.
Die englischsprachige Tagung stand unter dem Titel „FACES – Families and Challenges in Evolving Societies in the D-A-CH Region and beyond“ und widmete sich den vielfältigen sozialen, ökonomischen und kulturellen Herausforderungen, mit denen Familien in gegenwärtigen Gesellschaften konfrontiert sind.
Vielfältige Themen in 16 Sessions
In insgesamt 16 thematisch gebündelten Sessions tauschten sich die Teilnehmenden der Hauptkonferenz über zentrale Herausforderungen familialer Lebensformen in unterschiedlichen sozialen Lagen und Lebensphasen aus. Im Fokus standen unter anderem die Verschränkung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Partnerschaft, Fragen von Care-Arbeit, elterlichem Wohlbefinden und Geschlechterarrangements sowie ökonomische Ressourcen und soziale Ungleichheiten.
Weitere Sessions widmeten sich der Vielfalt familialer Lebensformen und Beziehungsdynamiken, etwa im Kontext von Migration, normativen Orientierungen und Emotionen sowie Macht- und Aushandlungsprozessen innerhalb von Familien. Ergänzt wurde dies durch Beiträge zu Trennungs- und Übergangsprozessen im Lebensverlauf – etwa zu Paartrennungen, Altern und dem Wohlergehen von Kindern in getrennten Familien – sowie zu elterlichen Praktiken, Einstellungen und Fertilitätsentscheidungen im Kontext sozialer Ungleichheit und gesellschaftlichen Wandels.
Workshop für Promovierende am Vortrag der Konferenz
Bereits am 25.02.2026 eröffnete ein Doktoranden-Workshop die Veranstaltung. Unter der Leitung von Dr. Bettina Hünteler, Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, und Dr. Eva-Maria Schmidt, Österreichisches Institut für Familienforschung, Universität Wien, stellten acht Doktorand:innen ihre Dissertationsprojekte vor und diskutierten diese intensiv mit Peers und erfahrenen Wissenschaftler:innen.
Zwei Keynotes rahmten den fachlichen Austausch. Prof. Dr. Ulrike Zartler, Universität Wien, eröffnete den Doktorand:innen-Workshop mit einer Keynote zum Thema „How to publish in family research journals“ und ermutigte die Nachwuchswissenschaftler:innen, ihre Forschung strategisch in (inter-)nationalen Fachzeitschriften zu platzieren. Die Keynote der Hauptkonferenz hielt Prof. Charlotte Faircloth, University College London, zum Thema „What is intensive parenting and why does it matter?“, in der sie die zunehmenden normativen Anforderungen an Elternschaft und deren gesellschaftliche Relevanz kritisch beleuchtete.
Fachlicher Austausch soll verstetigt werden
Der länderübergreifende Austausch zwischen den Sektionen aus Deutschland, Österreich und Schweiz stellte eine Premiere dar und soll künftig fortgesetzt werden. Ziel ist es, die Vernetzung innerhalb der D-A-CH-Region zu vertiefen und gemeinsame Forschungsprojekte sowie Publikationen in der Familiensoziologie weiter auszubauen.
Die Organisation der Tagung verantworteten von Seiten des DJI die Familiensoziologinnen Dr. Laura Castiglioni, Leiterin der Fachgruppe „Familienpolitik und Familienförderung“ am DJI, und Dr. Claudia Zerle-Elsäßer, Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“. Von Seiten der Sektionen waren Dr. Ayhan Adams (Universität Osnabrück), Dr. Bettina Hünteler (DIW Berlin), Prof. Dr. Anne-Kristin Kuhnt (Universität Rostock), Prof. Dr. Gundula Zoch (Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg), Dr. Julia Sauter und Prof. Dr. Laura Bernardi von der Université de Lausanne/LIVES sowie Dr. Bernhard Riederer und Dr. Eva-Maria Schmidt von der Universität Wien an der Organisation der Tagung beteiligt.
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Kontakt
Dr. Laura Castiglioni
Leiterin Fachgruppe „Familienpolitik und Familienförderung“
Tel.: 089/62306-423
castiglioni@dji.de
Dr. Claudia Zerle-Elsäßer
Leiterin Fachgruppe "Lebenslagen und Lebensführung von Familien"
Tel.: 089/62306-317
zerle@dji.de
Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-397
mkern@dji.de