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„Das Konzept Grundschule muss neu gedacht werden“

Im Videointerview erklärt Susanne Kuger, inwiefern der Ganztag langfristig weiterentwickelt werden muss, welche Rolle dabei multiprofessionelle Teams spielen und warum die Perspektiven von Eltern und Kindern stärker einbezogen werden sollten

10. März 2026 -

Der neue gesetzliche Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Grundschulkinder bringt große Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich, zeigt die neue Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse. Dabei gehe es nicht nur darum, Unterricht weiterzuentwickeln, sondern auch andere Angebote in den Alltag der Kinder zu integrieren, erklärt DJI- Forschungsdirektorin Prof. Dr. Susanne Kuger in Folge 10 der Videoreihe DJI Perspektiven und betont: „Das Konzept Grundschule muss neu gedacht werden.“ Dies sei kein Projekt mit Endpunkt: „Der Ganztag wird nicht entwickelt und ist dann fertig – Schulen begeben sich auf eine Reise, die auf Dauer fortgesetzt werden muss.“

Dass Teams aus den verschiedenen Disziplinen – Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte –unterschiedliche Angebote miteinander verbinden, funktioniere aber nicht per se, weil sehr verschiedene Selbstverständnisse und Handlungslogiken aufeinandertreffen. Dies biete Chancen, könne aber auch Reibungspunkte verursachen, weshalb es guter Anleitung bedürfe. Anderseits problematisiert Kuger in diesem Zusammenhang den hohen Anteil an Praktikanten, Ehrenamtlichen und Teilzeitbeschäftigten mit sehr geringem Umfang von weniger als zehn Stunden pro Woche im Ganztag: Der Ganztag brauche weniger prekäre Beschäftigungsverhältnisse sowie gute Personalkonzepte und Führung.

Bei der Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität sei es außerdem wichtig, Elternbedarfe und Wünsche der Kinder stärker miteinbeziehen. Dabei müsse vor Ort berücksichtigt werden, dass die Erwartungen und Wünsche an Ganztagsangebote teils variieren, wie Studien zeigen: Eltern mit höherem Bildungsniveau wünschen sich vor allem verlässliche Betreuung und Zeit für soziale Kontakte der Kinder, Eltern mit Migrationsgeschichte legen hingegen besonderen Wert auf Bildungsangebote wie Sprachförderung und Hausaufgabenbetreuung, weil sie selbst der Annahme sind, dies zu Hause gar nicht so gut leisten zu können. Und auch die Perspektive der Kinder selbst sei zentral. Schließlich verbringen sie einen Großteil ihrer wachen Zeit im Ganztag.

 

 

Kontakt
Prof. Dr. Susanne Kuger
DJI-Forschungsdirektorin
089/62306-322
kuger@dji.de

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-397
mkern@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de